Andrang bei Kubicki in Hildesheim

Andrang bei Kubicki in Hildesheim

Hildesheimer Freidemokraten freuen sich über Andrang bei Kubicki

Mit solch einer Resonanz hat die FDP Hildesheim trotz ihres deutschlandweit bekannten Gasts nicht gerechnet: Nachdem Zweitdrittel aller persönlich Eingeladenen auf ihrer Antwortkarte ihre Zusage angekreuzt haben und weitere Anmeldungen aufgrund von Pressemeldungen erfolgten, wurde klar: Ein größerer Raum muss her. „Sie sind uns alle gleich wichtig.“, so machte Prof. Dr. Martin Gottschlich  klar, dass niemand an diesem Abend ausgeschlossen werde. Kurzfristig vor Beginn wurde die Veranstaltung in einen größeren Saal verlegt, damit möglichst alle 200 Gäste einen Sitzplatz erhielten.

Nach einer kurzen Begrüßung übernahm der stv. Stadtverbandsvorsitzende Prof. Dr. Christoph von Viebahn die Moderation und führte Gäste und Redner humorvoll durch den Abend.

In ihrem kurzen Grußwort hielt die Hausherrin des Römer-Pelizäus-Museums Dr. Regine Schulz ein leidenschaftliches Plädoyer auf die Domstadt und lud die Gäste ein, sich im Dom-Museum selber ein Bild von der spannenden Geschichte Hildesheims zu machen.

Stück für Stück tasteten sich die Freidemokraten im Anschluss langsam von der Kommunalebene auf die Bundesebene vor. Prof. Dr. Martin Gottschlich berichtete von der Ratsarbeit der vergangenen Jahre und betonte, dass es immer Aufgabe sein werde, die Stimme der Vernunft insbesondere im Hinblick auf die finanziellen Fragen der Stadt zu sein.

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von li. Christian Dürr (MDL), Henrik Jacobs (Kreisvorsitzender Hi), Prof. Dr. Martin Gottschlich (Vorsitzender Hi), Jörg Bode (MDL), Annette Marberth-Kubicki, Wolfgang Kubicki (stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP) Foto: Gerald Schrader-Lauer

Mit folgender Feststellung leitete der Landesvorsitzende Dr. Stefan Birkner sein Grußwort ein: „Hätte diese Veranstaltung vor einem Jahr stattgefunden, wären wir wohl bei Weitem nicht so viele gewesen. Dies zeigt mir, dass wir ein ganzes Stück weiter sind.“ Diskutiert werde nicht mehr, ob man die FDP brauche, sondern warum. Birkner legte den Fokus seiner Ansprache insbesondere auf die Arbeit der Fraktion im Niedersächsischen Landtag. Diese arbeite in der Sache konsequent in ihrer Rolle als Opposition, aber will sich auch nicht als Blockierer verstanden wissen.

Mit großer Spannung wurde dann der stv. Bundesvorsitzende Wolfgang Kubicki erwartet. Die Erwartungen der Gäste, die den Bundespolitiker überwiegend bisher wohl nur aus dem Fernsehen kannten, wurde nicht enttäuscht.

Kubicki sucht die Nähe zu den Gästen: Mit einem Headset-Mikro am Ohr platziert er sich direkt vor das Publikum und weist mit einer Geste in Richtung Rednerpult: „ Entschuldigen Sie, wenn ich mich so frei vor Sie stelle, aber ich hasse es, mich hinter so einem… Gerät… zu verstecken.“

So nahm Kubicki die Zuhörer direkt für sich ein und startete charmant in seine Rede, weshalb die Menschen, die an diesem Abend das Museum aufgesucht haben, die FDP brauchen. Ob Deutschland die FDP braucht, diese Frage zu beantworten, vermag er nicht zu leisten. Kubicki stellte jedoch klar, dass die FDP die einzige Partei in Deutschland sei, die die Menschen nicht erziehen wolle. Er sehe bei allen anderen Parteien Tendenzen, dass die Bürger durch politisches Handeln entmündigt werden. Egal ob Rauch- oder Alkoholverbot, Vorschriften über richtiges Verbraucherverhalten oder Regulierungen, wie Personen ihr Homeoffice einzurichten haben: Den Menschen werde immer weniger zugetraut. Und genau hier müsse die FDP ansetzen. Die Freidemokraten halten die Bürger für klug und vernünftig genug, eigene Entscheidungen zu treffen. Die stetige Entmündigung durch die anderen Parteien sei für die FDP nicht akzeptabel.

Weiterhin ging Kubicki auf den Entwicklungsprozess der FDP ein und erklärte, warum sich die FDP nicht mehr mit dem Beinamen „Die Liberalen“ schmücke. Das Wort „liberal“ sei verbraucht. „Selbst ein Horst Seehofer, der morgens noch etwas anderes als abends sagt, bezeichnet sich als liberal“, so Kubicki. Es wurde viel an der äußeren Hülle der FDP gearbeitet. Mit der Farbe Magenta wolle die FDP ihren Veränderungsprozess nach außen hin deutlich machen. Es werde jedoch nicht nur an Äußerlichkeiten gearbeitet, sondern auch der innere Entwicklungsprozess werde permanent voran getrieben. Bisweilen müssen die Mitglieder der FDP sogar in ihrem Eifer gebremst werden, um diesen sehr wichtigen Entwicklungsprozess nicht zu überstürzen. Insgesamt sieht Kubicki den nächsten Jahren optimistisch entgegen, aber machte auch deutlich, dass die FDP weiter daran arbeiten müsse, ihre Glaubwürdigkeit wiederzuerlangen, nachdem sie 2009 die Erwartungen der Wähler bitter enttäuscht habe. In einem Streifzug durch die wichtigsten politischen Themen stellte Kubicki die wichtigsten Positionen vor.

Im Anschluss stellte sich Kubicki den Fragen der Gäste. Auf die Frage, wie er zur Rolle der Kirche im staatlichen Gefüge stehe, machte Kubicki klar: „Die Trennung zwischen Kirche und Staat ist für mich ein wichtiger Grundsatz.“ Er erkenne die wichtige Rolle in sozialen Belangen und Aufgaben an, aber kritisiere, dass die Kirche zu viel Einfluss auf den Staat nehme. Insbesondere der Einzug der Kirchensteuer durch staatliche Stellen widerspreche einer Trennung von Kirche und Staat.

Beim gemütlichen Ausklang bei Wein und Bier ließen sich viele Gäste die Möglichkeit nicht nehmen, den Bundespolitiker in ein kleines Gespräch zu verwickeln und die offenen Fragen zu stellen, die bisher unbeantwortet blieben.

Die FDP Hildesheim bedankt sich ganz herzlich bei den Gästen und

Wolfgang Kubicki sowie Dr. Stefan Birkner

für einen gelungenen Abend mit vielen anregenden Gesprächen!

Author: G. Schrader-Lauer

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